Gemeinde Altshausen

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Krüppel und Genie

Bevor Schloss, Kirche und Ländereien Anfang des 19. Jahrhunderts an das Haus Württemberg übergegangen sind, gehörte der Besitz dem Deutschen Orden. Der hatte Altshausen schon im Mittelalter zu einem wichtigen Verwaltungssitz in Oberschwaben gemacht. Das wiederum hat etwas mit dem Grafengeschlecht zu tun, das damals im Mittelalter in Altshausen ansässig war. Im Jahre 1013 als Sohn des Grafen geboren, wurde er im Alter von sieben Jahren in klösterliche Obhut an das Kloster Reichenau übergeben. Seine schwerste körperliche Behinderung wurde durch geistige Größe ausgeglichen.

Hermann entwickelte sich zu einem genialen Forscher und Lehrer, der alle Zeitgenossen seines Jahrhunderts überragte. Neben Astronomie, Mathematik und fast allen Feldern der Wissenschaft widmete sich Hermann auch der Lehre von der Musica, entwarf eine Intervall-Notenschrift und komponierte selbst. "Salve Regina" (sei gegrüßt o Königin) ist heute noch Allgemeingut. 1054 starb Hermann der Lahme, wie er aufgrund seiner starken Behinderung genannt wurde. Auch wenn die Lebenserwartung im Mittelalter nicht so hoch war wie heute, war er mit 41 Jahren dennoch zu jung.

Aus Anlass seines 950. Todestages wird in der Schlosskirche St. Michael an den großen Gelehrten erinnert. Bild- und Texttafeln zeigen sein Leben und sein Wirken auf.Überdies wird auch eine Reliquie von ihm in der Kirche aufbewahrt.

Seitenaltar in der Schlosskirche
Hermann der Lahme