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Ein Abschied voller Dankbarkeit und Tränen: Die Franziskanerinnen von Reute verlassen Altshausen nach 127 Jahren
Ein zutiefst bewegender Tag, der eine Ära beendet, aber Spuren hinterlässt: Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde die Auflösung des Konvents der Franziskanerinnen von Reute in Altshausen begangen. Nach über einem Jahrhundert des segenreichen Wirkens kehren die Ordensschwestern in ihr Mutterhaus nach Reute zurück.
Wie schwer dieser Schritt allen Beteiligten fiel, wurde bereits zu Beginn des Gottesdienstes spürbar. Herr Pfarrer Mayer fand in seiner Begrüßung ehrliche und ergreifende Worte: Er gestand offen, dass er diesem Tag mit Furcht entgegengeblickt habe. In den vergangenen Jahren sei ihm zwar klar gewesen, dass der Tag des Abschieds unaufhaltsam näher rücke und die Schwestern Altshausen irgendwann verlassen würden. Der Weggang hinterlasse eine große Lücke, denn, so Pfarrer Mayer direkt an die Ordensfrauen gerichtet: „Ihr wart das Herz dieses Hauses.“
Am Ende des Gottesdienstes ergriff die Schwester Oberin Maria Hanna das Wort. In einer historischen Rückschau ließ sie die beeindruckende Geschichte der Franziskanerinnen in Altshausen Revue passieren: In den vergangenen 127 Jahren haben insgesamt 517 Schwestern vor Ort gebetet, unterstützt und unermüdlich für die Menschen gewirkt. Als Zeichen des tiefen Dankes und der persönlichen Wertschätzung wurde den letzten fünf verbliebenen Schwestern des Konvents, jeweils eine rote Rose sowie persönliche Worte mit auf den Weg gegeben.
Im Anschluss brachten Frau Zimmermann, Frau Timptner und Frau Fink in ihren Ansprachen den Dank der gesamten Gemeinschaft zum Ausdruck. Sie würdigten die wertvolle Zusammenarbeit, das großartige Wirken, das stets spürbare Miteinander und die unermüdliche Unterstützung durch die Schwestern. Als besonderes Abschiedsgeschenk wurden zwei Apfelbäume überreicht – ein Symbol mit tiefer Bedeutung: Bäume schlagen Wurzeln und tragen Früchte, genau wie das jahrzehntelange Wirken der Schwestern in Altshausen. Der erste Apfelbaum wird direkt in Altshausen gepflanzt. Er soll als lebendiges Denkmal für alle nachfolgenden Generationen dienen und die Erinnerung an die Franziskanerinnen wachhalten.
Der zweite Apfelbaum reist mit den Schwestern nach Reute. Er soll ein Stück Altshausener Heimat in ihre neue Umgebung tragen und als dauerhaftes Zeichen der Verbundenheit zwischen den beiden Orten stehen.
Mit einem feierlichen Segenslied und einem großen Applaus der sichtlich bewegten Gemeinde endete der offizielle Teil in der Kirche. Beim anschließenden Stehempfang mit Sekt und Häppchen nutzten die Gäste die Gelegenheit, noch einmal in Erinnerungen einzutauchen. Es war ein Abschied, bei dem gelacht, gedankt und – mit Tränen in den Augen – Lebewohl gesagt wurde. Altshausen, sowie die ganze St. Elisabeth-Stiftung lässt die Franziskanerinnen in tiefer Dankbarkeit ziehen, wohlwissend, dass ihre Früchte noch lange Zeit weiterleben werden.
Felicitas Fink






