

Nach fast zweijähriger Arbeit ist nun das Geschichts- und Heimatmuseum in der ehemaligen Post an der Ecke Bismarckstraße/Herzog-Albrecht-Allee eröffnet.
Auf 117 Quadratmetern erfährt der Besucher alles über die Geschichte Altshausens.
Diese beginnt mit der keltischen Landnahme ab dem siebten Jahrhundert vor Christus. Auch die Römer haben an der Straße nach Ebersbach ihre Spuren hinterlassen, die aber 1881 stark verwischt wurden. Der damalige Besitzer des Landes, Robert Häfele, hat 400 Wagen mit Steinen und Schutt abtransportieren lassen. Die Bauern wollten bebaubares Land und keine Scherben.
Ein weiterer Themenabschnitt befasst sich mit der Herrschaft der Grafen über Altshausen, die von 900 bis 1268 dauerte. In dieser Zeit wurde auch Hermann der Lahme geboren, dem im Heimat-museum ein kleines Extrazimmer gewidmet ist.
Von 1264 bis 1806 prägte der Deutsche Orden die Geschicke von Altshausen. Dann beendete Napoleon 1806 die deutsche Kleinstaaterei und vereinigte die 78 Reichsstädte, Klostergebiete, Ritterorden und bischöfliche Gebiete zu Baden, Württemberg und Hohenzollern. Es begann die Zeit der vier württembergischen Könige, Friedrich I., Wilhelm I., Karl und Wilhelm II. Letzterer dankt 1918 ab, drei Jahre später wurde Altshausen Sitz des Chefs des Hauses Württemberg. Eine eigene Vitrine mit Fotos der herzog-lichen Familie, einem großen Gemälde von Carl von Württemberg sowie eine Vitrine mit Kunstwerken, die Diane von Württemberg geschaffen hat, erinnern an das Engagement der Familie vor Ort.
Auch von den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges blieb Altshausen nicht verschont. Nach dem Einmarsch der Franzosen 1945 kam es zu einem Massaker, dem vier Zivilisten zum Opfer fielen. Kurios: Die Gemeinde stellte während des Krieges
20 Marinemitglieder, darunter auch drei U-Boot-Kommandanten. Und das trotz der Entfernung zum Meer. Eine ausgestellte Marinemütze erinnert an diese Zeit.
Dass Altshausen schon immer strategische Bedeutung hatte, verdeutlicht eine Texttafel. 1799 wollten die Habsburger bei Altshausen gegen die Franzosen kämpfen, die Schlacht verlagerte sich dann allerdings nach Ostrach. Eine Miniatur-Festungskanone, wie sie damals wohl zum Einsatz kam, ist im Museum ausgestellt.
Träger des Museums ist die Gesellschaft für Geschichte und Heimatpflege e.V. (zu erreichen unter Tel. 07584/3816).
www.geschichtsverein-altshausen.de